Halbe Helden

Wenn Sie mit Büchern arbeiten möchten, wählen Sie doch einmal eine andere Methode, als die gewohnte, mit den Fragen nach Inhalt, Konzeption und Umsetzung. Egal mit welcher Zielgruppe Sie über das Buch sprechen möchten. Machen Sie etwas Ungewohntes und lassen Sie sich überraschen, welche Energien und Ideen das bei Ihren Teilnehmern freisetzt.
Das Ergebnis wird Sie verblüffen...

 

Bei einer Literaturtagung wurden die Teilnehmer aufgefordert, das Buch, das sie vor der Tagung lesen sollten (Michael Chabon: Sommerland), mit den beiden Begriffen „rund“ oder „eckig“ in Verbindung zu bringen. Zuerst herrschte hilfloses Schweigen. Dann kamen nach und nach Beiträge, die der Workshop-Leiter auf ein Flipchart unter einen der beiden Begriffe schrieb. Das Blatt füllte sich, erst langsam und dann immer schneller. Jeder Teilnehmer erklärte kurz, wieso er oder sie seine Gedanken unter „rund“ oder unter „eckig“ einordnete. Das machte aufgrund der fremden Herangehensweise großen Spaß und warf ganz andere Sichtweisen auf.
Oder wechseln Sie mal die ursprüngliche Zielgruppe: Das Bilderbuch „Naja“ von Jutta Treiber, in dem geometrische Formen mit ihrem Aussehen nicht zufrieden sind, wurde bei einem Buchgespräch mit Erwachsenen für eine Diskussion über die Wertigkeit von Äußerlichkeiten in unserer Gesellschaft genutzt.
Bei meinem Buchtipp kann ich mir auch gut vorstellen, dass die Reaktionen bei einem Workshop interessanter ausfallen, wenn man die Gruppe so herausfordert. Etwa mit der Frage, welche Eigenschaften ein voller Held im Gegensatz zu einem halben aufweisen müsste. Ihnen ist gerade noch etwas Besseres eingefallen? Ausgezeichnet!

 

 

 Halbe Helden von Erin Jade Lange

 

Dane und Billy D haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Dane prügelt sich ständig und steckt deswegen permanent in Schwierigkeiten. Um keinen Schulverweis zu bekommen, willigt er ein, sich um Billy, den neuen Schüler mit Down Syndrom zu kümmern. Das erweist sich als ziemlich anstrengend. Dane kann sich nicht erklären, wieso er Billy D so wenig entgegenzusetzen hat. Irgendwie hat der gewitzte Billy ihn im Griff…

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